Tiergestützte Therapie

Solange Menschen denken, dass Tiere nicht fühlen, müssen Tiere fühlen, dass Menschen nicht denken

Die positiven Wirkungen von Tieren auf den Menschen sind schon lange bekannt. So wird beispielsweise der Muskeltonus reguliert. Das bedeutet, dass Menschen mit sehr „schlaffer“ Muskulatur dazu angeregt werden, diese zu benutzen und mehr Körperspannung bekommen. Jemand mit einem hohen Muskeltonus, also mit sehr angespannter Muskulatur, entspannt diese beim Kontakt mit Tieren und Spastiken können sich mitunter kurzfristig lösen. Tiere motivieren dazu sich körperlich zu betätigen und fördern so die Mobilität. Der enge Kontakt zu dem Tier stimuliert zudem die taktile, auditive, olfaktorische und visuelle Sinneswahrnehmung.

Beim Streicheln oder wenn das Tier den Menschen von sich aus berührt, wird das Bindungshormon Oxytocin ausgeschüttet, welches zufrieden und glücklich macht. Gleichzeitig hat es eine beruhigende, Ängste und Stress abbauende Wirkung.

Tiere strahlen Nähe und Geborgenheit aus, die schweigende Kinder wieder zum Reden bringen können (z.B. Mutismus)Die Bestätigung und Zuwendung stärkt das Selbstbewusstsein und das SelbstwertgefühlTiere akzeptieren uns Menschen unabhängig vom Aussehen, Krankheit, Behinderung oder Vorgeschichte. Sie reflektieren direkt unser Verhalten und sehen uns so wie wir wirklich sind und nicht wie wir vorgeben zu sein. Dieses Reagieren des Tieres auf das eigene Verhalten fördert die Selbstreflexion, Körperkontrolle und Sozialkompetenz. 

Im Umgang mit Tieren ist Interaktion und Kommunikationsfähigkeit gefragt. Man lernt anderen Geschöpfen Wertschätzung entgegenzubringen und Verantwortung zu übernehmen. Die Erfolgserlebnisse dabei und das Gefühl wirklich gebraucht zu sein stärken wieder das Selbstbewusstsein und die Selbstwirksamkeit. Je nach Gesprächsführung und Fragestellungen des Therapeuten können auch die Gedächtnisleistung und Orientierung der Klienten angeregt werden.

Erste Kontaktaufnahme
Oh, das fühlt sich ja komisch an…
…aber toll!

Tiere scheinen einen ganz anderen Bezug zu Menschen zu haben als andere Therapiemedien. Ich für meinen Teil habe die Erfahrung gemacht, dass sich einige Bewohner trotz des eigentlich sehr eingeschränkten Kurzzeitgedächtnisses noch wochenlang an mein Alpaka erinnern konnten und täglich nach ihm fragten. Dabei behielten sie nicht nur seinen Namen, sondern konnten genau beschreiben, wie er aussieht, wie er sich anfühlt und wie er im Auto mitfuhr. Bewohner, die normalerweise eher laut und grobmotorisch sind, wurden ruhiger, vorsichtiger und selbstkontrollierter, da sie wussten, dass sich mein Alpaka sonst nicht von ihnen anfassen lassen würde. Auch die Bewohner im Wachkoma zeigten starke Reaktionen. Vor allem wenn er seinen Kopf in ihr Bett hielt und sanft an ihrem Gesicht schnupperte.

Wenn ich meinen Hahn auf die Schulter einer Bewohnerin mit Schlafanfall setze, und zwar auf die gelähmte Körperhälfte mit einer Wahrnehmungsstörung auf dieser Seite (Neglect), muss sie ihre betroffene Seite bewusst wahrnehmen, um den Hahn angucken und streicheln zu können. Beim Ballspielen mit meinem Schaf sind wiederum Mobilität, Reaktionsgeschwindigkeit und Konzentration gefragt. Man sieht also, dass sich mit Tieren viele therapeutische Ziele verfolgen lassen.

Kurzum schenken Tiere den Bewohnern ein Stück Lebensqualität in einem Alltag, der von Krankheit und verloren gegangener Fähigkeiten geprägt ist. Das ist nach meiner Ansicht das Wichtigste überhaupt. Meine bisherigen Erfahrungen in der tiergestützten Therapie sammelte ich überwiegend in dem Bereich der Neurologie (Schlaganfall, MS, Parkinson, Wachkoma usw.) und Pädiatrie. Meine Hühner, mein Schaf, mein Esel und meine Alpakas haben sich diesbezüglich bestens bewährt. Das Wohl meiner Tiere und der Klienten steht dabei natürlich an oberster Stelle.

Gerne komme ich auch zu Ihnen in die Einrichtung! 

(Seniorenheim, Kindergarten, Hospiz, Krankenhaus, Psychiatrie usw.)

Ein Alpaka so nah! Das ist ein tolles Gefühl 🙂
Was für ein Strahlen!
Pure Freude 😀